Die Kunst des Taxifahrens

Montag, 06.12.2010

Taxifahren ist nicht leicht, aber fuer euch exclusiv ein kleiner Crashkurs:

Schritt 1: Aeusseres Erscheinungsbild
Stellen Sie sich an die Strasse und warten Sie, bis sich ein Auto naehert. Wenn es so weit ist, achten Sie darauf, ob das Auto ein Taxi-Schild auf dem Dach hat. Wenn ja, ist dies schonmal ein gutes Zeichen. Achten Sie weiterhin darauf, ob das Taxi (wir koennen das Auto nun so nennen) aussen Spuren von Unfaellen aufweisst, wie eingedellte Kotfluegel oder Seiten. Ist dies nicht der Fall, haben wir wiederum ein gutes Zeichen. Strecken Sie nun Ihren Arm aus, um zu signalisieren, dass Sie ein Taxi brauchen.

Schritt 2: Erscheinungsbild des Fahrers
Naehert sich das Fahrzeug, spaehen Sie durch das Fenster und schaetzen Sie das Alter des Fahrers. Ist dies unter 40, winken Sie, als Frau, das Taxi weiter. (Die Theorie der Peruanerinnen und Andy besteht darin, dass aeltere Fahrer sicherer sind.) Erscheint Ihnen der Fahrer vertrauenswuerdig und alt genug (Kaugummi kauen und Sonnenbrille sind keine guten Zeichen), lassen Sie das Taxi heranfahren.

Schritt 3: Inneres Erscheinungsbild
Waehrend den Preisverhandlungen (naeheres finden Sie unter "Schritt 4") schauen Sie sich unauffaellig das Innere des Wagens an. Ist er nicht allzu kaputt, ist zum Beispiel ein Radio vorhanden, koennen Sie mit den Verhandlungen beginnen. Ein anderer seh wichtiger Aspekt ist, ob sich hinter der Rueckbank jemand verstecken koennte,den sie nich sehen koennen, dann sollten sie tunlichst vermeiden, mit diesem Taxi zu fahren, denn Sie koennten waehrend der Fahrt ueberfallen werden. Sicherheitsgurte sind Luxus und nur in den wenigsten Taxis vorhanden.

Schritt 4: Preisverhandlungen
In Peru gibt es keine Taxameter, wie es in Deutschland ueblich ist. Der Preis wird vor der Fahrt vereinbahrt. Stellen sie sich dazu an das Beifahrerfenster und teilen Sie dem Taxifahrer ihr ungefaehres Ziel mit. Zuenaechst den Stadtteil, dann eine grose Strasse in der Naehe (Lima ist zu gross, als das die Taxifahrer jede Strasse kennen koennten). Ist ihr Ziel zu weit entfernt, wird der Taxifahrer ablehnen und weiter fahren. Wiederholen Sie nun Schritt 1 bis 3. Willigt der Fahrer ein, wird er Ihnen zunaechst einen zu teuren Preis mitteilen. Gucken Sie entsetzt und machen Sie ein neues, tieferes Angebot. Der Taxifahrer wird nun etwas wie "Oh, das ist aber doch so weit" sagen und wiederum ein Angebot machen. Gehen Sie ein wenig hoeher, als ihr erstes Angebot, im Notfall tuhen Sie so, als wuerden sie weggehen. Willigt der Fahrer ein, koennen Sie einsteigen. Tut er dies nicht, warten Sie auf ein neues Taxi und wiederholen Sie die Schritte 1 bis 4.
Kennen Sie die Entfernung zu ihrem Ziel nicht, und daher auch nicht den angemessenen Preis, koennen Sie in einem Geschaeft, Ihrem Hotel oder der Unterkunft nach dem ungefaehren Preis fragen, der ein wenig variieren kann.

Schritt 5: Die Fahrt
Falls ein Sicherheitsgurt vorhanden, schnallen Sie sich vor der Fahrt an, es koennte hollprig werden. Der Taxifahrer wird sich nun einen Weg durch den chaotischen Verkehr bahnen und dabei von der Hupe Gebrauch machen. Dies wird ihn aber nicht davon abhalten, eine Unterhaltung mit Ihnen zu beginnen, da die Peruaner von Natur aus sehr neugierig sind. Wollen sie kein Gespraech fuehren, unterhalten sie sich die ganze Zeit mit ihrem/ihrer BegleiterIn, falls vorhanden. Fahren Sie alleine, taeuschen sie einfach ein Telefongespraech vor.
Nimmt der Taxifahrer einen anderen Weg, als den Ihnen bekannten, fragen Sie nach, wieso. Vermitteln Sie moeglichst die ganze Zeit ueber den Eindruck, als wuerden Sie wissen, wohin Sie fahren (falls Sie am Ende nicht genau wissen wohin, wird der Fahrer einen Passanten nach der Strasse fragen.)
Naehern Sie sich Ihrem Ziel, lassen Sie den Taxifahrer etwas vorher anhalten, damit er nicht weiss wo Sie wohnen. Andernfalls koennte es sein, dass der Fahrer immer wieder kommt, um zu fragen, ob sie irgendwohin muessen.
Fuehlen Sie sich waehrend der Fahrt nicht sicher oder unwohl, dann lassen Sie das Taxi anhalten, bezahlen weniger und wiederholen Sie Schritt 1 bis 5.
Sind Sie an Ihrem Zielort angelangt, dann bezahlen Sie den vorher vereinbarten Preis und verlassen Sie das Taxi. Sie haben die Taxifahrt nun erfolgreich beendet.

Wollen Sie an ein etwas weiter entferntes Ziel, Wertsachen oder viel Gepaeck transportieren, oder fahren Sie Nachts, rufen Sie sich ein Taxi seguro. Dieses wird teurer sein, als ein Strassentaxi, muss Sie aber ueberall hinbringen und ist sicherer.

Sie haben den Crash-Kurs nun erfolgreich absolviert. Ich bedanke mich fuer Ihre Aufmerksamkeit und wuensche eine gute Fahrt.

1.Advent

Sonntag, 05.12.2010

Tja, wo verbringt man den 1. Advent in Peru, wenn es in Deutschland schneit und bitterkalt ist??
Am Strand natuerlich!!!!!!
Und was sieht man, wenn man in Peru am 1. Advent am Strand ist?
Delfine natuerlich!!!! Und zwar nicht einen, sondern mindestens fuenf, die ganz nah am Strand vorbeischwimmen und immer wieder rausgucken...

In diesem Sinne, eine wunderschoene Adventszeit!!!
hab euch alle lieb!!!

Sexy Woman!!!

Sonntag, 28.11.2010

Hallo, ich bins schon wieder...

vielen Dank fuer eure lieben Kommentare, hab mich wie immer sehr gefreut und heute gibt es dann auch wieder etwas erfreulicheres...

Am Rand von Cusco gibt es einen grossen Park, wo man Ruinen besichtigen kann. Da dachte ich mir natuerlich, mensch, das ist doch mal ein schoener Wochenendausflug...
Und so machten Barbara und ich uns auf den Weg zu den Ruinen von "Sacsayhuaman".
Lustigerweise hoert sich dieser Name von einem peruanischen Guide auf englisch ausgesprochen wie "Sexy Woman" an, was zu allegemeiner Heiterkeit fuehrte...

Aber gut. Der Eintritt war uns zu teuer, deswegen haben wir uns dann gedacht, machen wir einfach eine Pferdetour in der Naehe vom Gelaende mit Besichtigung von "Templo de la Luna" (Mond-Tempel). Fuer 15 Soles (weniger als 5 Euro) gings dann los. Barbara sollte schon mit der ersten Gruppe losreiten, und ich wurde in die zweite gesteckt, die bloederweise aus kreischenden Maedchen bestand, die Stoeckelschuhe an und nicht anderes zu tun hatten, als als sich ueber jede Bewegung vom Pferd zu erschrecken (es geht ja nunmal nicht anders vorwaerts) und fuer diverse Fotos zu posieren. Der Laermpegel war die ganze Zeit extrem hoch, wobei es meine Stimmung nicht gerade heben konnte, dass mein Pferd ohrenscheinlich ziehnmlich viele Bhnen gegessen hatte....

Wenigstens der Tempel war schoen und ich konnte mich Barbara und einem amerikanischen Paerchen anschliessen. Zurueck auf der "Ranch" haben wir uns dann entschlossen, mal zu testen, ob die Pferdeleute wirklich die Wahrheit gesagt hatten und der Eintritt zu den Ruinen inclusive war. War er nicht. Das hatten wir uns eh schon gedacht und den Preis ja auf besagte 15 Soles gahandelt, was die Amis aber bloederweise nicht gemacht und das doppelte bezahlt hatten...

Naja, wir dachten uns versprochen ist versprochen und haben mal angefangen und¡s ein bisschen mit einem Waechter zu unterhalten, der uns dann den Tipp gegeben hatte, einfach so einer Strasse zu folgen, die direkt an den Ruinen vorbeigeht, und wo man die auch ganz gut sehen kann.
Gesagt getan, und es stimmte auch noch. Da haben wir uns dann gedacht, ganz oder gar nicht und sind, als es keine Hecke mehr gab einfach auf das Gelaende, und haben es sogar noch geschafft, die Steine zu beruehren und ein Foto zu machen, bevor die vier Wachmaenner, die auf uns zugerannt kamen, uns erreicht hatten. Unsere Strategie bestand darin, so zu tun, als ob wir ueberhaupt nichts verstehen wuerden, aber es war augenscheinlich, dass wir ihnen folgen sollten.
Wir dachten uns, SCHEISSE, jetzt muessen wir den Pass zeigen (den ich nicht dabei hatte), oder zur Polizei oder so... Aber wir armen, dummen Touristen, die kein Spanisch verstanden, wurden nur von den netten peruanischen Wachmaennern zum Eingang gebracht, wo wir uns dann an der Kasse dazu entschieden, dass uns der Eintritt zu teuer ist (was wir ja schon von Anfang an wussten) und sind gegangen.

Tja, so gehts auch (liebe Kinder zu Hause, das ist nicht zum Nachmachen empfohlen) und ein cooler Tag zu Ende....

Freu mich schon auf euch,
bis ganz ganz bald
alles Liebe
Leah

Frauen, tretet den Saecken in den Arsch!!!! (damit sind heut hauptsaechlich die Peruaner gemeint, jeder der sich angesprochen fuehlt, sollte darueber mal nachdenken...)

Donnerstag, 25.11.2010

Hola amigos...
also, wie versprochen jetzt mal etwas eher...
Ich kann euch aber direkt sagen, dass es heute nicht um ein angenehmes Thema gehen wird, denn ich schreibe diesmal ueber die Rechte der Frauen, die quasi nur auf dem Papier existieren.

Also, wie ich ja schon erwaehnt habe, war im Projekt auch die spanische Anwaeltin Montse, die in Koeln wohnt (bewundernswerte Frau), die sich speziell mit Frauen- und Kinderrechten befasst.
Eine Frau aus dem Dorf hatte sich an Montse gewendet, weil sie von ihrem Mann geschlagen wurde, der sie jetzt verlassen und mit zwei Kindern sitzen gelassen hat (die beiden sind nicht verheiratet, was hier wirklich gar nicht gut ist!!!). Die Frau wollte ihn jetzt anzeigen und das Geld einklagen, was er ihr (nur fuer die Kinder) als Unterhalt schuldet. Also sind Montse und die Frau nach Ancahuasi gefahren und haben sich gleich an einen Richter gewendet. Gute Idee denkt ihr, aber da es ein peruanischer Richter ist, war es das ganz und gar nicht.
Der Richter hat ihr doch allen ernstes davon abgeraten den Mann anzuzeigen. Das ist ja schonmal die erste Katastrophe, aber dann hat er ihr quasi klar gemacht, dass wenn sie es trotzdem versucht, es sie eine Menge Geld kosten wird und zwar fuer jeden einzelnen Vorgang mindestens 200S./ (insgesamt ca. 1000S./). Was sich eine alleinerziehende Mutter in Peru, die von Feldarbeit lebt und ihre Mutter versorgen muss nicht leisten kann. Wenn das Geld nicht bezahlt wird, wird das Verfahren mindestens so um die 2 Jahre dauern und hat nicht wirklich viel Aussicht auf Erfolg.
Es ist so furchtbar, was hier passiert, man kann es sich wirklich gar nicht vorstellen. Die Korruption reicht bis in die obersten Etagen, weshalb man ihr auch nicht Herr werden kann. Ohne Multa (Schmiergeld) kommt man hier nicht weit, aber dass das nicht nur bei Strafzetteln, sondern wirklich auch bei haeuslicher Gewalt und bei allem anderen gilt, entsetzt mich immer wieder...
Aber weiter im Text, nach Bedrohung und dieser beschissenen Aussicht sind die beiden trotzdem noch zur Polizei und haben sich Rat geholt, bei einem Polizisten, der zunaechts auch abweisend, dann aber doch eine Spur hilfsbereit war und ihnen geraten hat zu einem Zentrum fuer Familie zu gehen, die sich um solche Sachen kuemmern.
Dann konnte sich Montse noch offizielle (!!!!!) Gerichtsakten ansehen und was sie da gefunden hat, ist wirklich nur noch zum Kopfschuetteln (eher jemanden verpruegeln, heulen, weinen, schreien, Sachen kaputt machen...).
Also, da war ein aehnlicher Fall, eine Frau wurde von ihrem Mann geschlagen, sie ist zur Polizei gegangen, hat alles durchgezogen, bis zum Verfahren. Im Verfahren faengt der Mann an zu weinen. Der Richter sagt, dass in Peru kein Mann weinen sollte, deswegen wuerden das Gericht und auch seine Frau ihm Verzeihen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Die Frau ist stark geblieben und hat gesagt, dass sie auf gar keinen Fall wieder mit ihrem Mann zurueckgehen wuerde und ihm auch nicht verzeiht. Daraufhin hat der Richter gesagt, wenn sie das nicht machen wuerde, dann wurde das schwere Folgen fuer sie haben und ihr wuerden schlimme Sachen passieren.
In einer offiziellen Gerichtsakte!!!!!!!!!!!
Das macht mich so wuetend. Und traurig. Da traut sich schonmal eine Frau, was ja ehrlich nicht einfach ist, und dann??? wird sie von denen im Stich gelassen, die sie eigentlich beschuetzen und die ihr helfen sollten, denen sie eigentlich vertrauen koennen sollte, die eigentlich die Verpflichtung haetten, schon allein von der Moral her zu helfen.
Und dann muessen die noch nichtmal Angst vor Konsequenzen haben, sonst wuerde es nicht in offiziellen Akten stehen, weil die ganzen scheiss Arschloecher einfach nur korrupt und beschissen sind!

Also, das ganze macht einen fertig, besonders wenn das scheiss Arschloch von Schlaeger-Mann dann auch noch mit allen einflussreichen Leuten aus dem Dorf befreundet ist. Und was kann man dann tuhen, wenn die Polizei gegen dich ist?
Und mit der Aussicht, dass es keine Aussicht gibt, mindestens fuer die naechsten weiss ich nicht wie vielen Jahre, keine Aussicht auf Veraenderung und Verbesserung, wenn der ganze Scheiss in den Koepfen ist???

Frauen, ihr muesst euch gegenseitig unterstuetzen, wir sind stark!

Also ihr Lieben, das war aml eine der schlimmen Seiten von Peru, die genauso zu meinen Erfahrungen und Berichten dazugehoert, wie Machu Picchu.
Vielen Dank fuer eure Kommentare, hab mich sehr gefreut,
vermisse euch,
Besitos (fast Ellen..)
alles Liebe und bis ganz bald
Leah

Kataniray

Dienstag, 23.11.2010

Als Allererstes nochmal auf diesem Wege: Happy Birthday Lungi, und fahr vorsichtig!!!!!!

 

Ok Freunde, wie schon gesagt, muss ich ein bisschen was nachholen und dann werde ich das jetzt auch endlich mal machen.

Also, erstmal noch ein paar Infos zum Projekt...

In der Schule selber war ich nie, deswegen ist das ganz einfach, dazu kann ich nix sagen...

Der Kindergarten war quasi vor meiner Zimmertür und dann hab ich da auch ab und zu mal vorbeigeschaut. Ich muss sagen, die Kindergärtnerin ist echt fit! Also nicht, dass sie jetzt da immer Sport macht oder so, ich mein das natürlich geistig. Also, die macht da so ne Art Unterricht, und die haben da dann die Rechte der Kinder durchgenommen, jeden Tag ein neues, als ich da war, hiess es, „Alle Kinder haben das Recht auf gleiche Behandlung“. Das war echt cool, weil die hatte dann da zwei Puppen, eine weisse und eine schwarze und dann war die Frage „Würdet ihr denn mit beiden Puppen spielen??“ Und als fertig diskutiert wurde, durften die Kinder dann dazu malen.

Anschliessend gab es ein Picknick im Hof auf der Wiese. An einem anderen Tag war ich auf dem Weg, mir was zu trinken zu holen, und da platze ich dann mitten in eine Demo rein. Da hatten die Kinder sich dann Plakate mit den Rechten drauf gebastelt und im Hof eine Demo angezettelt, zwar hat keiner sie gesehen, aber es war schon echt cool!!

Tja, auf dem Feld, wo ich ja dann fast jeden Tag zu finden war, liefs ganz gut, das Wetter war wunderbar schön, die Sonne hat fast jeden Tag geschienen und es war herrlich warm...

Freitags ist immer Erntetag, für Samstags für den Markt in Cusco, da werden Radieschen, Salat, Zwiebeln, Spargel, Spinat, Paprika, Zucchini und Mangold geerntet, dann an einem Bach gewaschen (was auch mal in einer Mangold-Wasserschlacht ausarten kann), sortiert, zusammengebunden und eingepackt, von Morgens 8 bis nachmittags um 17 Uhr, mit Mittagspause von 13 bis 15 Uhr (meine täglichen Arbeitszeiten).

(waschen, binden, sortieren, verpacken)

Die restlichen Tage der Woche werden dann die Arbeiten erledigt, von denen ich ja schon berichtet habe... Die Arbeiter reden auf dem Feld meistens Quetchua, was auch bei vielen die erste gelernte Sprache ist, das ist wirklich witzig, weil man nun einfach gar nichts verstehen kann und dann auch noch so kehlige Schnalzlaute (keine Ahnung wie ichs anders beschreiben soll...) vorkommen...

An den Wochenenden waren wir immer in Cusco, haben zum Frühstück einen Mixto (Saft aus allen möglichen Früchten) auf dem Markt getrunken und sind dann über die Inka-Märkte geschlendert, das war eine schöne Abwechslung zum Projekt, weil da echt Tote Hose ist.

Aber die Landschaft ist wirklich einfach herrlich, rundherum Berge und überall Tiere (die sind aber nicht eingezäunt, sondern jedes Tier hat ein Seil und ist damit dann irgendwo angebunden und kann im Umkreis fressen), wie zum Beispiel der verrückte Esel, der immer so geschrien hat, als ob er gerade geschlachtet werden würde....

Alle Familien bringen morgens ihre Tiere auf die Weide, mit Stöcken werden die getrieben und Abends dann wieder reingeholt...

Was mich zu den Nächten in Kataniray bringt, die sind einfach nur so was von wunderschön. Tausende Sterne sind am Himmel zu sehen, so viele wie ich vorher noch nie in meinem ganzen Leben irgendwo gesehen habe. Da sassen wir dann immer dick warm eingepackt, weil die Nächte echt kalt sind, auf Plastikstühlen und haben einfach nur geguckt. Das war schon genug, das einfach nur alles in sich aufzusaugen. Wunderschön. Wenn einer was sagen wollte, hat diejenige automatisch geflüstert, weil das einfach so magisch ist.

 

Tja, das wars dann erstmal schon wieder, aber ich weiss schon was ich nächstes mal schreibe, deswegen wird’s nicht lange dauern...

Hab euch lieb und vermisse euch sehr
alles Liebe
Leah

Typisch Peruanisch...

Samstag, 13.11.2010

Also Ihr Lieben,
es wird mal wieder Zeit fuer einen neuen Eintrag, und bevor ich euch noch mehr vom Projekt berichte, dachte ich, ich schreib euch mal wie es hier im Lande normalerweise so zu geht und wie die Leute so drauf sind...

- Die Sprache: Die Peruaner sprechen kein Spanisch, sondern Castellano (nichts anderes, als der Name des offiziellen Spanisch) was immer wieder gerne verdeutlicht wird...

- Akzente: Jede Region hat ihren eigenen Akzent (was ich aber um ehrlich zu sein nicht raushoeren kann... ich unterscheide nur zwischen das vertsehe ich und das nicht...)

- Verniedlichungen: Man weiss ja schon, dass es im Spanischen viele Verniedlichungen gibt, aber hier gibts Woerter, die gibts gar nicht. Ich meine Sachen wie "perro" und "perrito" (Hund und Huendchen), oder "ojo" und "ojito" (Auge und Aeuglein), kann man ja wirklich noch nachvollziehen... Aber dann gibts hier Sachen, wie zum Beispiel "ahora" und "ahorita". Nur zur Erklaerung, "ahora" heisst "jetzt", was ist denn dann bitte "ahorita"????? Jetztchen oder was?? Also auf jeden Fall sehr gewoehnungsbeduerftig...

- Pollo: Pollo (pojo ausgesprochen) heisst Huehnchen und ist fuer jeden Peruaner ein Muss. Man kann hier alles mit Huehnchen bestellen und nicht selten lautet die Frage: ¿Pollo o Carne? was uebersetzt bedeutet: Huehnchen oder Fleisch??

- Arroz: Arroz heisst Reis und ist ebenfalls Hauptnahrungsmittel und wird zu allem serviert. Bestellt man also "Pollo con Papas fritas" (Huehnchen mit Pommes) kann man davon ausgehen, dass auf jeden Fall der Reis nicht fehlen wird... (meist mit Knoblauch gewuerzt) In den meisten Familien und auch bei uns im Projekt gibt es jeden Tag Reis...

- Kartoffeln: Kartoffeln sind hier wiederum kein Hauptnahrungsmittel, sondern einfach ein Gemuese, dass als Beilage fungiert, und meistens fritiert dazu kommt. Bestellt man also "Pollo con Arroz" kann man meist davon ausgehen, dass hier die Pommes nicht fehlen werden... Bloed ist es natuerlich, dass dann das ganze Essen insgesamt eigentlich wie zwei Essen ist, aber man gewoehnt sich ja an vieles...

- Essen ist billig: In Izcuchaca zum Beispiel kann man fuer nur 2,50 S. (ca. 65 Cent) komplett MIttagessen, was bedeutet, eine Suppe mit Nudeln, dann ein Teller mit Pollo, Papas fritas und Arroz und ein Getraenk (grosse Teller)... Mangos bekommt man 5 Stueck fuer einen Sol (ca. 25 Cent), das ist echt der Hammer...

- Sauberkeit: Der Peruaner an sich hat jetzt irgendwie nicht so den europaeischen Standart an Sauberkeit und bei dem Essen, dass man ueberall kaufen kann, sollte man dann doch schon auch vorsichtig sein, denn auch der Begriff "frisch" oder die Frage "Ist das von heute?" haben hier eine etwas andere Bedeutung...

- Muell: Leider muss man sagen, dass die Sauberkeit auch und eigentlich vor allem den Muell betrifft. Muelleimer existieren eigentlich fast gar nicht auf den Strassen oder in Parks oder so, dafuer schmeissen die Peruaner ihren Muell einfach dahin, wo sie gerade sind, oder vorbeikommen. Soll heissen, alles ist einfach voller Muell, die Strassen, ueberall. Aber nicht nur in der Stadt, auch im Projekt schmeissen die Leute dann Verpackungen, oder Flaschen einfach ins Feld, neben die Pflanzen, die sie anbauen. Das ost echt richtig scheisse, und irgendwann hab ichs einfach nicht mehr ausgehalten diese echt unnoetige Umweltverschmutzung mit anzusehen und habe einen ganzen Tag Muell gesammelt. Als ich am Ende des Tages dann gefragt habe, wo ich meinen ansehnlichen Haufen denn entsorgen koennte, meintem sie, ja da gleich hinter der Schule. Der versprochene Container entpuppte sich dann als Loch im Boden.... Es ist echt einfach FRUSTRIEREND.....

- Verkauf auf der Strasse: Wer was hat, der verkauft das auf der Strasse, oder an allen anderen Moeglichen Orten. Du gehst eine Strasse lang und bist fuer den Rest des Tages versorgt... Kuchen, Fruechte, Abendessen, Sonnenbrillen, Suessigkeiten, Huete, Muetzen, Strickwaren, Eis.... Einfach alles!!! Du steigst in nen Bus ein, und schon heisst es ¿Gelatina, gelatina? (chelantina ausgesprochen( ch wie in machen)), eine Frau will dir Wachkelpudding im Plastikbecher anbieten...

- Oeffnungszeiten: Alles hat auf. Jeden Tag der Woche. Von 7 Morgens bis so 23 Uhr Nachts. Fragst du, ob ein Geschaft auch Sonntags auf hat, gucken sie dich blos komisch an, weil sie die Frage gar nicht nachvollziehen koennen. Klar haben die Sonntags auf und auch Feiertags muss man schliesslich konsumieren koennen.

- Das Wort "Mami": Das Wort "Mami" oder "Mamita" hat einfach nur eine Bedeutung wie "Frau", "weibliche Person", wird aber dann auch als Ansprache fuer jede Frau benutzt... Was im ersten Moment dann doch irgendiwe echt komisch ist, weil du dann erstmal denkst: "aeeh nein, eigentlich hab ich noch keine Kinder..."

- Puenktlichkeit: kennen die Peruaner nicht wirklich... Ich mein, ich bin ja schon echt nicht puenktlich, aber die Peruaner interpretiern bei einer Uhrzeit so einen Rahmen von ca. einer Stunde, nach dem Motto " kommste heut nicht, kommste morgen..." was echt sehr anstrengend sein kann, besonders als Deutsche... Wenn die Peruaner (zumindest die aus Lima) aber sagen wollen, dass es wirklich um Punkt 8 ist, benutzen sie die Redensart "ahora alemana" was so viel heisst wie "deutsche Uhrzeit" (den Ruf haben wir echt ueberall weg, dabei kenn ich gar nicht so viele puenktliche Deutsche...)

- Spuelen: Die Peruaner haben zum Spuelen kein fluessiges Spuelmittel, wie Pril oder so, sondern so coole Dosen mit gepresstem Pulver, wo man dann einfach den Lappen drueber reibt und das dann damit so abloest.... und die Spuelen auch ganz anders als wir. Naemlich wird das Becken nicht voll Wasser gemacht, sondern der Hahn ist die ganze Zeit geoeffnet, das Wasser laeuft und laeuft und jedes Teil wird einzeln gespuelt. Und das alles, obwohl in Lima echt Wassermagel herrscht, zumindest in den armen Vierteln....

- Kitsch: Der typische Peruaner liebt Kitsch!!! Ueberall. angefangen in den Autos, ueber alle freien Flaechen im Haus, bis hin zum Klodeckel-Ueberzug und dem Klorollen-Haeubchen. Das meiste hat irgendwas mit Religion und Heiligen zu tun, ganz vorn mit im Trend liegen aber auch Glitzer und Gold. Kombinationen sind auesserst beliebt. Um ehrlich zu sein es ist furchtbar und kaum zum aushalten und jetzt steht auch noch der Advent bevor, na dann Halleluja!!!

- Gringa: Ich bin eine und ihr alle auch!!! (ich vielleicht mehr eine "Gringita")
Auessert sich durch: helle Haut, wird verstaerkt durch blonde Haare.
Auswirkungen: Alles ist automatisch teurer. Du faellst ueberall auf.
Also, es ist wirklich so, wenn du irgendwo fragst, wie viel etwas kostet, siehst du quasi, wie die Leute ueberlegen, wieviel sie dir wohl abknoepfen koennten und verlangen dann fuer Peru tierisch ueberteuerte Preise. Das ist echt schade, weil man sich verarscht und ausgenutzt vorkommt. Ausserdem faellt man ueberall auf. Ich kann nirgendwohin gehen, ohne mich wie ein Zootier zu fuehlen und die Leute scheuen sich auch nicht davor, mit dem Finger auf mich zu zeigen.
Die Maenner halten mich fuer ein Dollarzeichen auf zwei Beinen, mit der Chance zu heiraten, nach Europa zu ziehen und reich zu werden... (da muss man schon diverse Massnahmen ergreifen, um die wieder loszuwerden, aber wir sind mittlerweile schon echt gut darin...)
Deutsche generell werden relativ haeufig mit Hitler in Verbindung gebracht, was fuer die Peruaner irgendwie nicht zwangslaufig eine schlechte Verbindung ist, ziehmlich strange, mal ganz davon abgesehen, dass manche noch nicht so ganz mitbekommen haben, dass er dann doch schon ein paar Jahre tot ist.

- Strassenverkehr: ist absolut chaotisch, wie ich ja schon des oefteren berichtet habe, aber was wirklich richtig krass ist, ist dass Blaulicht und Sirenen nicht so wirklich zu bedeuten scheinen, dass dieses Fahrzeug, bei dem es sich um einen Krankenwagen handelt, vorbei gelassen werden sollte. Man sieht hier echt, dass die an einer roten Ampel warten muessen , oder einfach nicht abbiegen koennen, weil keiner die durchlaesst. Dass Menschenleben davon abhaengen scheint irgendwie nocht so ganz zu den Peruanern durchzudringen...

- Hupen: Gehupt wird hier immer. Die Gruende dafuer sind nicht immer ganz klar, aber wenn man eine Hand frei hat, liegt die garantiert auf der Hupe bereit.
Einge wenige unkomplizierte Hupbedeutungen sind zum Beispiel:
"Hier fahre ich"
"Ich lasse dich rein" (kommt ausserst selten vor)
"Ich lass dich nicht rein, komm ja nicht auf doofe Gedanken"
"Fahr gefaelligst schneller"
"Du Arschloch!"
"Du Arschloch, ich habe gerade gehupt und du faerhst einfach trotzdem, so gehts echt nicht, das naechste mal fahre ich dir rein!"
"Achtung, gleich wird gruen" (Ab der Haelfte der Rotphase)
"Ich will abbiegen"
"Ich hab Lust zu Hupen"
"Wenn ihr Hupt, dann Hupe ich auch!"

Das war mal ein erster Eindruck, von Peru, bei Gelegenheit werde ich die Liste vervollstaendigen....
Vielen Dank fuer eure lieben Kommentare und Mails, ich freue mich wirklich immer total!!!!
Vermisse euch sehr
Alles Liebe
Leah 

Eines der sieben Weltwunder der Neuzeit...

Mittwoch, 03.11.2010

Machu Picchu.

Mehr kann man eigentlich erstmal nicht dazu sagen, denn es macht einen einfach nur sprachlos!!!!

Ich bin mit Nadja zusammen gefahren, die mich netterweise in meinem Projekt besucht hat.
Tja, also Donnerstags gings los, ab nach Cusco, eine Tour buchen, fuer Freitag...
Ja, ja, ich weiss, das passt zu mir, ihr braucht gar nicht zu lachen, denn so was klappt in Peru...
Man muss nur die Strasse lang gehen, dann bekommt man schon drei Reisen angeboten...
Wir haben dann mit Sacred Valley und allem drum und dran gebucht, man goennt sich ja sonst nix. Am Hotel haben wir dann aber gespart, dazu spaeter mehr.
Sacred Valley war wunderschoen, dass ist eine Tour zu anderen Inkaruinen, unter anderem die Ruinen von Pisaq, wunderschoen, aber man hat kaum Zeit, weil alle in Ollantaytambo den Zug kriegen muessen, der sie nach Aguas Calientes ( = heisse Wasser) bringt, dem Staedtchen bei Machu Picchu.
Also laufen alle da durch, versuchen so viel zu sehen wie moeglich, dabei ein Snickers zu essen, Fotos zu machen, dem Guide zuzuhoeren, sich nicht in der Sonne zu verbrennen, Geschenke und Andenken zu kaufen und nicht zu spaet zum Bus zurueckzukommen.
Aber dann sassen wir schliesslich voller Vorfreude im Zug und haben einen Snack verputzt.

In Aguas Calientes angekommen, wurden wir wieder vom Bahnhof abgeholt, und sind zu unserem Hostel gegangen, dem "Golden House" was leider gar nicht so golden war, mit den Haaren und dem Schimmel, aber mit ohne Licht ins Bett und Flip Flops in der Dusche gings dann, ausserdem wars ja blos fuer 2 Naechte...

Am Samstag gings dann los, irre frueh aufgestanden, damit wir noch ein Ticket fuer den Waynapicchu bekommen, ein Berg bei den Ruinen, den aber am Tag nur 400 Leute besteigen duerfen und natuerlich um so viel Zeit wie moeglich in Machu Picchu zu verbringen.
Fruehstueck gabs um halb 5 Uhr morgens und dann flott zum Bus. Oder besser zu den Bussen. Da Machu Picchu ja die Touristenattraktion ist, faehrt da alle drei Minuten ein Bus hoch...
Angekommen hiess es dann erstmal Schlange stehen und aufs Ticket hoffen, und zum Glueck haben wir das dann auch noch bekommen.
Dann sind wir erstmal rein, mit Passkontrlle und allem drum und dran.
Und was haben wir gesehen?? Erstmal gar nix, ausser weiss. Alles liegt morgens komplett im Nebel und in Wolken verborgen.

Und dann tauchen ganz langsam die Ruinen und die umliegenden Berge aus dem Nebel auf. Einfach magisch.
(der groessere im Hintergrund ist uebrigens der Waynapicchu)

Wirklich, das ist einfach nur unglaublich, wunderschoen, atemberaubend...

Ne halbe Stunde spaeter sind wir dann  erstmal wieder raus, weils drinnen keine Toiletten gibt (voll gut!!) und wir auf unseren Guide (den mit der gelben Fahne) und unsere Tour durch Machu Picchu gewartet haben.
Das war wirklich super interessant, wir sind einmal ganz durch die Ruinen, haben die Tempel besucht, den astrologischen Stein und den Energieraum, haben viel ueber die Nutzung von der Stadt erfahren und dass keiner weiss, warum die Inkas die Stadt verlassen haben, oder was ueberhaupt passiert ist.
Die Inkas hatten uebrigens das Erscheinungsbild, eines relativ kleinen Menschen, mit dunklerer Haut, und waren total schoen, so wie unser Guide (und der muss es ja schliesslich wissen...)
Es war echt super spannend und auch ein bisschen anstrengend, aber das hat sich echt gelohnt.
Langsam sind dann nicht nur die Berge erschienen, sondern auch die Sonne hat sich blicken lassen und es ist schoen warm geworden.
Auf dem zweiten Bild, das ist der Tempel der drei Fenster, auf dem ersten so ne bekloppte Touristin, die sich unbedingt fotografieren lassen wollte...

Jap, und dann wurde es Zeit fuer den Wayna, da standen auch schon ganz schoen viele Leute an und es kamen immer wieder welche raus, die echt ein bisschen ramponiert aussahen, aber egal, wir hatten uns das vorgenommen und waren voller Tatendrang.

Dann gings los, auf kleinen Treppen immer stetig aufwaerts, jede mit ihrem eigenen Tempo, scheisse anstrengend um ehrlich zu sein, in der Hitze (Machu Picchu liegt im Urwald), mit der Sonne und der Hoehe...
so ungefaehr waren die Treppen.

Endlich oben angekommen, war es einfach nur geil. Nicht nur das Gefuehl sich endlich mal wieder koerperlich betaetigt zu haben, sondern auch der Ausblick. Herrlich, wundervoll, atemberaubend...
Beweisfoto (und mein rotes Gesicht)

Da ham wir dann erstmal ein Picknick mit ein paar Hollaendern und Argentiniern gemacht und uns ein bisschen ausgeruht und selbstverstaendlich den Ausblick auf Machu Picchu genossen...
Ich beruehre Machu Picchu...

Kurz danach gings wieder an den Abstieg, nachmal echt anstrengend, aber deutlich schneller als der Aufstieg...
Es folgte eine laengere Pause auf der Wiese, wo ich bloederweise meine Schuhe ausgezogen habe und sich ganz viele Obstfliegen auf meine Beine gesetzt haben. Dachte ich zumindestens. Jedenfalls weiss ich jetzt, dass diese Viecher lieber Blut als Obst moegen und es juckt auch jetzt noch, fast eineinhalb Wochen spaeter...
Tja spaeter ist man immer schlauer...

Nadja war zwei Monate vorher schonmal mit ihrer Familie dagewesen, hatte deswegen auch schon viel gesehen, ist die ganze Sache ruhiger angegangen und hat schoen gemuetlich weiter Pause gemacht, waehrend ich wieder losgestiefelt bin um noch alles moegliche anzuschauen...

Zuerst gings zum Sonnentor, was nochmal ca. 45 Minuten Aufstieg (zum Gluck nicht so steil) bedeutet. Auf dem Weg meinte dann auch eine Englaenderin ganz besorgt, ob ich denn noch Wasser haette, weil ich ja so rot im Gesicht waere... (weiss ich doch...).

Oben angekommen wieder krasser Ausblick, und dann wird es einem erstmal bewusst, was man da sieht... Da ist naemlich eigentlich nix, ausser Berge mit Wald drauf und dann ploetzlich eine ganze Stadt auf der Spitze eines Berges.....
Das ist schon echt Hammer...

10 Minuten ausgerht, mit nem Amerikaner und einem netten Gespraech wieder abgestiegen und auf zum naechsten Highlight, der Inkabruecke.
Naja, also es ist dann eher der Weg, der so schoen ist, die Inkabruecke sind naemlich blos zwei Bretter, auf ein paar Steinen. Beeindruckend wirds dann erst, wenn man die, keine Ahnung, geschaetzte 200-Meter-Schlucht unter den Brettern sieht...

Zurueck zu bei Ruinen wollte ich mir dann nochmal naeher die Stadt anschauen, Pustekuchen, die Zeit war schon um und wir mussten uns auf den Rueckweg machen...
Mit dem Bus wieder runter, ich noch voller Adrenalin, ins Hostal, duschen, ich dann nicht mehr so voller Adrenalin, ab zum Abendessen und noch ein bisschen Feiern...
Spaet ins Bett, aber mit wundervollen, tollen Eindruecken und ca. 1000 Fotos mehr....

Also ihr Lieben, Machu Picchu ist wirklich einfach nur der Hammer, so ein toller Ort, und einfach atemberaubend und mit einer Magie, die man fuehlen kann....

Ei, ei, ei was seh ich da???

Mittwoch, 27.10.2010

Ihr Lieben, wie versprochen liefere ich die Fotos von meinen letzten beiden Blogeintraegen nach....
Aber vorher noch etwas anderes, ich wurde gefragt, ob man von Deutschland aus irgendwie helfen koennte, wegen der Armut, also ich kann mich mal erkundigen, was das Projekt braucht, oder wie man hier helfen koennte und dann kann jeder, der moechte mir Geld ueberweisen und sagen, was ich damit kaufen soll und dann ist hundert pro sicher, dass das Geld ankommt und nicht missbraucht wird, aber ich werde erst einmal fragen...
trotzdem schonmal Danke!!!
Jetzt die Fotos

Zuerst mal zur Reise:

Auf einer Uroinsel...

Wunderschoen...

alles ist aus diesem braunen Gras...

der sogenannte Mercedes von den Uros (aber nur noch fuer Touristen)

ein strickender Mann auf Taquile

Aussichtswagon im Zug nach Cusco...

 

Jetzt die vom Projekt:

Salaternte...

meine "Pico" und ich, das Zwiebelfeld moechte schliesslich auch umgegraben werden..

...und die Pflanzen brauchen Wasser....

...der Kampf mit dem Gras um ein neues Feld...

... komm raus!!!!....

Gewonnen!!!!!
(die beiden anderen sind Montse und Leo)

also ihr Lieben, dass wars dann erstmal, hab euch superlieb
Gruesse Leah

 

Leah die Landwirtin...

Montag, 25.10.2010

So ihr Lieben,
wo ich ja jetzt gestern endlich mal den Rest Reisebericht  fertiggestellt habe (ja, es soll ein Hinweis darauf sein, dass ihr das auch alle lest...) da will ich euch heute mal von meinem Projekt berichten, indem ich arbeite: 
Es war einmal ein kleines Doerfchen namens "Ancahuasi", nahe dem etwas groesseren Doerfchen (man koennte es fast schon Dorf nennen) "Izcuchaca" gelegen, was sich wiederum in der Naehe (ca. 40 Kilometer, oder ein bisschen mehr, weiss ich ja nicht...) von der wunderschoenen Stadt Cusco befindet....
Gut, Klartext, es ist ein Winzdorf, ohne Internet, drumherum nur Berge, ein Fluss und gruen, wirklich wunderschoen und friedlich...
Die Verbindung nach Izcuchaca ist auch ok, es fahren immer wieder Combies... Dahin fahren wir dann immer, wenn wir ins Internet wollen, deswegen kann ich auch nicht mehr soo oft schreiben, aber ich geb mir echt Muehe...

Tja, das Projekt besteht aus einer Grundschule, fuer die Kinder der umliegenden Doerfer, und einem landwirtschaftlichen Teil, mit Gewaechshaeusern und Feldern, wo einerseits Arbeiter des Projekts Gemuese anbauen (z.B. Salat, Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Artischocken, Blumenkohl, Radieschen...), was auf dem Markt in Cusco verkauft wird und andererseits, die Eltern der Kinder Kartoffeln anbauen, die die Kinder dann essen koennen... 
Ich arbeite im landwirtschaftlichen Teil, sprich, ich pflanze, rupfe, zupfe, giesse, hacke, grabe, mache mich schmutzig.... herrlich...
Also im Ernst, die Arbeit macht mir grossen Spass!
Unter den anderen Freiwilligen bin ich schon als Landwirtin bekannt...
Ach ja, die anderen muss ich euch ja auch noch vorstellen... Da haetten wir zuerst mal Barbara, sie ist Spanierin und arbeitet schon seit 8 Monaten im Projekt, mit den Kindern. Dann ist da Montse, auch Spanierin, hat aber eigentlich schon ueberall auf der Welt gelebt, die letzten zweieinhalb Jahre in Deutschland, mittlerweile in Koeln (wir sind schon fuer den Weihnachtsmarkt verabredet), sie ist Anwaeltin und moechte gerne den Frauen und Kindern vor allem die Menschen- und Kinderrechte naeher bringen... Die dritte Freiwillige ist auch eine Montse, auch aus Spanien, sie ist Paedagogin und arbeitet auch mit den Kindern, gibt Nachhilfe und so... Das waeren die Maedels, dann haben wir noch drei maennliche Mitbewohner (maennl. im Sinne von, sie sind keine Frauen, denn wirklich maennlich sind sie nicht, aber gut, ich schweife ab..), Leo, Diego und Ivan, aber von denen weiss ich nicht so viel, weil die nur am Wochenende da sind und unter der Woche in anderen Doerfern arbeiten...
Tja, unser Tagesablauf sieht so aus, wir muessen so gegen 8 Uhr fertig sein, also morgens (aber es ist Peru, deswegen ist genaue Uhrzeit nicht so wichtig..), und dann geht die Arbeit los, bis eins, dann essen die Kinder, das beaufsichtigen wir und dann gibts auch Essen fuer uns... Das Essen wird von Señora Julia gekocht, fuer uns alle, es gibt jeden Tag Reis, die Beilage variiert.
Dann haben wir bis drei Uhr Mittagspause, da essen wir dann meistens einfach weiter, von wegen Nachtisch und so, und dann gehts zurueck an die Arbeit, wieder aufs Feld...
Bis fuenf, dann haben wir Feierabend und dann fahren wir entweder nach Izcuchaca, zum Internet (und den besten Churros von ganz Peru, Churros sind ganz doll lecker, so aus Teig, mit Fuellung, Karamellcreme oder so, tausend Kalorien, koestlich) oder wir gehen zum Fluss im Dorf, oder quatschen einfach nur, waschen Waesche, was eben so ansteht... Also Alltag, aber es gefaellt mir gut.
Die Leute hier haben Quechua (eine Prae-inka-sprache) als Muttersprache und Spanisch als zweite Sprache, die sie zum Glueck alle super beherrschen (wenn auch manchmal mit Akzent, den auch die Spanier nicht verstehen...), denn Quechua ist mit keiner anderen Sprache verwandt, die ich kenne, man vertseht wirklich gar nichts...
Dann gibts hier auch diese Trennung, die ich ueberhaupt gar nicht mag(!!!), zwischen den verschiedenen Menschen. Die Freiwilligen und der Chef vom Agrarteil essen zusammen, aber die Arbeiter duerfen nicht am gleichen Tisch sitzen wie wir, das ist echt so bescheuert und ich kann das echt schlecht aushalten... Die Kinder wiederum bekommen anderes Essen als wir, also meiner Meinung nach schlechteres. Das "Fleisch" ist im Kuehlschrank, in unserer Kueche, den wir nicht aufmachen, weil da eben das Fleisch drinne ist, das so extrem stinkt, dass man nicht mehr in der Kueche bleiben kann... Das Fleisch ist aber nicht etwa etwas, was wir unter Fleisch verstehen, sondern es sind Huhnerfuesse, wirklich, noch mit Naegeln dran und so, und die Kinder lutschen die dann aus, als waers das Beste von der Welt...
Die Armut ist hier auch wirkllich offensichtlich, letztens hat eines der Medchen ihre Suppe mit einem Bleistift gegessen, weil sie keinen Loeffel hatte, da sind mir fast die Traenen gekommen....
Das ist wirklich schlimm und macht mich sehr traurig, weil ich weiss, dass ich daran kaum etwas aendern kann.
Und hier haben die Leute immerhin noch ihre paar Kuehe und Land zum anbauen, in Lima haben die gar nichts... 

Von diesem traurigen Thema nun zu den Fotos, ich weiss, das ist ne scheiss Ueberleitung, aber ich glaub, da gibts einfach keine gute...

gut, ok, leider heute keine Fotos, die liefere ich versprochen nach, aber es klappt einfach nicht grade... tut mir leid, aber so ist Peru...

Hab euch so lieb und vermisse euch
alles Liebe
Leah 

Arequipa - Puno - Cusco Teil 2

Donnerstag, 21.10.2010

Freunde, da hab ich euch ja mal echt lange nicht mehr geschrieben, jetzt muss ich erstmal nachdenken, was seit dem alles passiert ist...
Also, da waere natuerlich zunaechst mal der Rest von meiner Reise.
Am Dienstag (12.Okt) gings also auf die Inseln vom Titicacasee, zuerst zu den Uros und dann nach Taquile, aber erstmal der Reihe nach...
Morgens bin ich wieder abgeholt, es hat geregnet, und mit anderen Reisenden zum "Hafen" am See gebracht worden. Da sind wir dann in Boote umgestiegen, die im Vergleich zum ernorm riesigen See recht klein wirkten... aber gut, seetauglich waren sie...
Ein 20-minuetige Fahrt brachte uns dann zu den Inseln von den Uros. Das sind Ureinwohner, die auf schwimmenden Inseln (Guide Angel: "Friends, the floating Ilands, imagine floating Ilands Friends!!") wohnen. Diese Inseln bestehen aus so einem Seegras, das geerntet und immer wieder neu draufgeschichtet wird, wenn die vorherige Lage im Wasser verrottet ist... Das ist der Wahnsinn!!! Die leben echt da drauf, halten Tiere, kochen und schlafen da, auf schwimmenden Inseln!!! So cool... Wenn man zum ersten mal den Fuss drauf setzt, bekommt man ein bisschen Angst, weil das erstmal einsinkt, und sich wirklich komisch anfuehlt. Aber dann hab ich mich gleich wohlgefuehlt und bin ein bisschen rumspaziert. Uns wurden ein paar Sachen erklaert, unter anderem, wie man so eine Insel baut, ein bisschen ueber die Geschichte und so...
Sehr interessant.
Dann wurden wir eingeladen, mit den Uros in ihre Haeuser zu gehen. Ich bin mit Theresa, einer Irin zusammen in ein Haus und der Mann meinte dann, ob  wir nicht mal die traditionelle Kleidung ausprobieren wollten... Da haben wir natuerlich nicht "No" gesagt und Schwupps hatten wir Rock, Bluse und Muetze an... total cool.. und wir waren die einzigen!!! (Ja gut, das war jetzt ein bisschen angegeben, aber was solls...)
Nach einer kleinen Bootsfahrt gings dann auch schon weiter, aber es war echt total super cool und beeindruckend, ich wuerd da echt gerne mal ueber Nacht sein, einfach nur um zu hoeren und zu fuehlen und so....
Dann Taquile, auch als die "Insel der strickenden Maenner" bekannt... Erstmal ein halbstuendiger Aufstieg ins Dorf, wunderbarer Ausblick und ich war nicht die Einzige, die vor Anstrengung ein bisschen gekeucht hat, weil es echt hoch war...
Oben angekommen, sassen dann da echt die Maenner und haben gestrickt, voll cool, da koennten sich unsre Maenner mal ein Beispiel dran nehmen (Obwohl ich die deutschen Maenner, wenn auch ungern, mal loben muss!!! Im Gegensatz zu den Peruanern macht Ihr echt viel mehr!!!).
Mittagessen und Abstieg in wunderbarem Sonnenschein...
Eine Rueckfahrt auf dem Deck des Boetchens lag vor uns, dachten wir zumindest..
Bis dann ein Sturm losbrach und wir mitten auf dem See,ohne Schwimmwesten....
Blitz, Donner, Regen und hohe Wellen sind uns nicht erspart geblieben... Unseren Guide hat das alles irgendwie sehr amuesiert, ich weiss aber nicht, ob das Wetter oder eher doch einige aengstliche Gesichter... Ich war jedenfalls froh,als wir wieder am Ufer waren, nicht dass es nicht spannend gewesen waere oder so, aber ich hatte  zusammen mit der Hoehe dann doch ein bisschen Seekrankheit..
Der Regen hat nicht aufgehoert, deswegen fiel eine kleine Stadtbesichtigung zu Fuss auch regelrecht ins Wasser... also ein gemuetlicher Abend im Hotel..
Am naechsten morgen hab ich dann ein bisschen zu lange geschlafen (ja gut,das wird die meisten jetzt nicht ueberraschen..) und musste dann in windeseile fruehstuecken um festzustellen, dass mein Taxi auch Verspaetung hatte..Naja, immerhin noch puenktlich am Bahnhof angekommenging dann der letzte Teil meiner Reise los. Eine Zugfahrt von Puno nach Cusco. Auf einer der schoensten Zugstrecken der Welt.
Da bin ich dann auch das erste Mal in meinem Leben in der ersten Klasse gereist (weil die am sichersten ist) mit allem inklusive... Ich sass auf einem Sessel, hatte einen Tisch mit Deckchen und Lampe, einen tollen Ausblick und Mittagessen und Nachmittagssnack umsonst (ich mein ich wusste das nicht,hatte ich irgendwie nicht mitbekommen, aber ueber Essen freu ich mich ja immer...). Ich konnte mich sogar zwischen verschiedenen Gerichten entscheiden und es war echt lecker..
Also eine sehr komfortable Reise. Es gibt auch einen Wagon am Ende von Zug,der hat Glaswaende und ein Glasdach und ist hinten offen, fuer die Aussicht und zum Fotos machen,echt super cool...
Und die Aussicht war der Hammer! Erst dachte ich,gut,die Landschaft ist jetzt n bisschen karg, fuer die schoenste Strecke muss da aber jetzt schon auch irgendwie noch was kommen... Und das kam auch, naemlich die Anden!!!! Berge und Taeler in gruen und sogar mit Baeumen,wirklich wunderschoen...
Zum Mittagessen hatte mich dann ein kanadisches Paerchen, das ich schon auf dem See kennengelernt hatte, eingeladen,weil ich ja ganz alleine sass...Das war echt superlieb und ich bin dann gleich dageblieben und hab den Rest der Fahrt mit quatschen und gucken verbracht. Und praktisch wars auch noch, weil ich jetzt nicht mehr alles mitschleppen musste, wenn ich aufs Klo gegangen bin oder so...
In Cusco,natuerlich mit Verspaetung, angekommen,wurde ich dann abgeholt und meine Reise ganz alleine war somit vorbei.
Fazit: Es war eine wunderschoene Reise, mit tollen Eindruecken und wirklich toll und beeindruckend und ich hab viele nette Leute kennengelernt, musste nie Kompromisse schliessen, sondern konnte das machen,was nur ich alleine wollte, eine tolle Erfahrung,mal wirklich ganz,ganz alleine zu sein. Es hatte aber auch seine Nachteile: Wenn ich nicht den ganzen Tag in einer Gruppe gereist bin, dann war ich wirklich sehr einsam und hatte niemanden zum reden (und ihr wisst,dass ich das sehr gerne mache...), das war schon echt schwer... und ich konnte nie Abends nochmal aus dem Hotel,um mir die Stadt ein bisschen auf eigene Faust anzusehen,weil ich ja als Frau alleine war und es schon dunkel war und das war echt schade....
Aber es war eine tolle und spannende Erfahrung...
Die Bilder folgen noch, weil das Internet hier gerade 3 Soles pro  Stunde kostet und das echt teuer ist!!!!
aber ich schreibe noch mehr Eintraege...
Liebste Gruesse Leah

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